12. Morganas neue Pläne
In Morgana wütete es. Sie war aufs Äußerste angespannt und vor allem konnte sie es absolut nicht nachvollziehen, dass es ihr nicht gelungen war, Elle zu brechen. Nicht einmal, als sie dieses Mädchen foltern musste! Sie würde schon noch heraus finden, wie weit sie gehen musste, um diese vermaledeite Person dazu zu bringen, ihr die Kräfte zu überlassen.
Morgana sah aus dem Fenster ihrer Burg. Etwas störte sie. Direkt vor ihr war ein dichter Wald, der kaum einsehbar war. Und dort war etwas. Etwas Fremdes. Morgana wusste es: Dort hatte sich ein Eindringling eingeschlichen. Ein Mensch! Langsam ging sie von ihrem Standort weg und lief die Treppe herunter, die zum Ausgang führte. Sie hätte die Macht gehabt, den Eindringling direkt zu töten, doch etwas hielt sie davon ab. Da war eine innere Stimme, die ihr “sagte“, dass dieser ihr eventuell noch nützlich sein könnte, wer auch immer es war. Langsam lief sie in Richtung Wald. Sie wusste genau, wo dieser sich aufhielt. Und dann sah sie ihn. Es war ein Söldner. Sie erkannte es sofort. Doch was wollte er hier? Hatte Arthur ihn geschickt? Die Frage kam ihr kurz in den Sinn, doch sie verwarf sie genau so schnell wieder, wie sie gekommen war.
Das war nicht Arthurs Stil, das war ihr klar. Er würde selber kommen, wenn er wüsste, wo sie war. Also musste es einen anderen Grund haben, dass dieser Mensch hier herum irrte, doch welchen? Morgana entschied sich, es heraus zu finden. Lautlos schlich sie sich an ihn heran - er hatte sie nicht kommen sehen oder hören - und rief laut und vernehmlich: “Kann ich etwas für Euch tun?” Ihre Stimme war klar und kalt. Der Söldner fuhr herum und zog sein Schwert, als er die Frau sah, die scheinbar aus dem Nichts aufgetaucht war, und die er - trotz seiner sonst wirklich guten und ausgeprägten Sinne nicht vorab bemerkt hatte. Das Schwert wurde ihm augenblicklich aus den Händen gezogen und zu seinem grenzenlosen Erschrecken stand es lediglich einen Zentimeter vor seinem Körper - bereit, sich jederzeit in ihn zu bohren.
Der Söldner verstand. Er hatte es mit einer Zauberin zu tun. Eventuell DER Zauberin, nach der er Ausschau hielt? Er schluckte. Dann hörte er sie sprechen. Ihre Stimme war kalt: “Was sollte mich davon abhalten, Euch sofort mit Eurem eigenen Schwert zu richten? Ihr seid in meinem Reich! Was wollt Ihr hier? Sprecht!” Sie war lauter geworden und ihr Gesicht verzog sich zu einer Fratze, die ihm Angst machte. Er räusperte sich, dann setzte er zu einer Antwort an: “Ich habe nichts Besonderes gesucht. Die Gegend ist einfach sehr schön, Mylady.” Morgana lachte kurz auf: “Haltet Ihr mich für so naiv?” Ihre Augen blitzten und das Schwert richtete sich wie von Geisterhand auf seine Kehle. “Ich warne Euch! Noch eine falsche Antwort, und Euer Schwert wird Euer Tod sein! Wer hat Euch geschickt? Wer weiß, dass ich hier bin? König Arthur vielleicht? Hat er Euch bezahlt? Hat er das jetzt nötig?” Morgana wusste, dass es nicht so war, aber sie wollte ihn aus der Reserve locken. Und es funktionierte. Der Söldner starrte sie an. “König Arthur? Arthur Pendragon? Nein, der hat damit nichts zu tun, glaubt mir.. Ich werde Euch alles erzählen, doch bitte senkt das Schwert, das Ihr gegen mich erhoben habt…”
Morgana blickte ihn weiterhin mit kalten Augen an und die Stimme, mit der sie antwortete war ebenso kalt: “Antwortet mir und ich werde entscheiden, ob ich das Schwert senke oder nicht.. Falls Ihr mir nicht antwortet, werdet Ihr das bitter bereuen. Also?” Sie hatte ihre Stimme erhoben, und der Söldner begriff, dass er keine Wahl hatte. Seufzend begann er zu reden: “In meinem Land - etwa 2 Tagesreisen von hier, gibt es noch mehr Söldner wie mich. Wir wurden vor einigen Tagen von einem Mann einberufen, der uns damit beauftragt hat, nach Euch zu suchen. Sein Name ist Nirar. Er hat gesagt, dass es eine mächtige Zauberin geben muss, und dass er wissen will, wo sie sich versteckt hält.. Mehr wollte er nicht. Nur den Aufenthaltsort Eures Versteckes. Er hat demjenigen, der es als erstes findet, ein Vermögen in Aussicht gestellt. Deswegen ist natürlich jeder von uns darauf aus, es zu schaffen..” Morgana lachte kurz auf: “Du scheinst es geschafft zu haben; stellt sich nur die Frage, ob du noch dazu kommen wirst, deinem Herrn davon zu erzählen und die Belohnung einzustreichen…” Dann verengten sich ihre Augen zu Schlitzen. “Was will dieser Nirar von mir? Und wer oder was ist er?” Aus irgend einem Grund ahnte Morgana, dass es kein Mensch war, der da nach ihr suchte. Vielleicht ebenfalls ein Zauberer oder Magier? Und wenn ja, was hatte er vor?
Der Söldner schüttelte den Kopf. Er schluckte erneut, als der kalte Stahl des Schwertes seinen Hals berührte, doch dann wurde seine Stimme fester: “Ich weiß weder das eine noch das andere… Er hat uns nichts gesagt, nur den Auftrag erteilt und wir stellen keine Fragen. Allerdings betteln wir auch nicht um Gnade. Wenn Ihr mich töten wollt, dann tut es. Jetzt!” Morgana war beeindruckt. Langsam ließ sie das Schwert einige Zentimeter von ihm fortrücken. Doch es schwebte noch in der Luft, als warnendes Zeichen…
“Also gut.. Wie ist Euer Name?” fragte sie ihn, und der Söldner antwortete: “Lassar, Mylady”. Morgana nickte. Langsam war eine andere Idee in ihr gereift. Sie sah ihn an. “Wie viel hat Euch dieser Nirar geboten, um mich, beziehungsweise meinen Aufenthaltsort zu finden?” fragte sie ihn. Lassar sah sie an und nannte ihr eine Summe. Sie war unheimlich groß. Morgana nickte beeindruckt. Wenn jemand so viel Geld für sie bot, musste es einen Grund geben, und sie würde heraus finden, was für einen. Ihre anderen Pläne musste sie - vorerst - hinten anstellen. Außerdem keimte in ihr noch ein Gedanke auf. Sie lächelte. “Das ist eine wirklich gigantische Summe… Du wirst von mir das doppelte erhalten. - Keine Angst”, setzte sie hinzu, als sie seinen ungläubigen Gesichtsausdruck sah. “Ich betrüge Euch nicht.. Und ich habe noch ein “Geschenk” für Euch. Quasi als zusätzliche Bezahlung..
In meinen Kellergewölben gibt es zwei junge Mädchen. Eines hübscher als das andere… Ihr könnt sie Euch nehmen. Beide. Doch die Frau, die ebenfalls dort unten festgehalten wird, ist tabu! Wenn ich mitbekomme, dass Ihr Euch gewagt habt, auch sie anzurühren, wird es Euch schlecht ergehen.. Ich finde Euch - egal wo Ihr seid! - Habt Ihr verstanden?” Ihre Augen wurden schwarz.
Der Söldner schluckte. Dann nickte er. “Ja, Mylady. Ich habe verstanden.” Dann grinste er. “Die beiden Mädchen werden sicherlich vollkommen ausreichend sein…” Morgana nickte. Dann setzte sie noch hinzu: “Ihr werdet der Frau nichts antun, aber ich will, dass sie es sieht, wenn Ihr die Mädchen nehmt! Macht mit ihnen was Ihr wollt, doch lasst die Frau es mitbekommen. Sie soll leiden, wie sie noch nie gelitten hat! Ich will sie gebrochen sehen, wenn ich wieder komme! Und die Mädchen sollen noch leben!” setzte sie noch hinzu. Zur Sicherheit.
Der Söldner nickte. Dann fragte er sie: “Führt Ihr mich zu ihnen?” Morgana schüttelte den Kopf. Sie hatte eine andere Entscheidung getroffen. “Nein, ihr findet die Kerker ziemlich leicht. Es wird Euch niemand aufhalten, ich bin alleine in meinem Schloss. Doch Ihr werdet mir jetzt sagen, wie ich in Euer Land, zu diesem Nirar komme! Ich will ihn sprechen.” Der Söldner sah sie ungläubig an. “Ihr wollt alleine zu ihm? Es gibt dort sehr viele Krieger und Söldner, die Euch sofort angreifen werden, noch dazu, wenn Ihr alleine seid..” Morgana lachte verächtlich. “Macht Euch darüber keine Gedanken…” Das Schwert fiel auf den Boden. “Nehmt dies als Zeichen meiner Güte. Und nun geht. Ihr werdet die Kerker schon finden..”
Lassar hob sein Schwert auf und ging gemäßigten Schrittes auf Morganas Schloss zu. Sie lächelte. Sie wusste, dass ihm dort niemand entgegentreten würde. Ihr kleiner, unfähiger Diener hatte viel zu viel Angst, um Lassar wirklich gefährlich zu werden, und selbst wenn er es versuchen sollte, würde dieser ihm vermutlich mit einer Handbewegung den Kopf abtrennen. Sie lachte. Dann wurde sie wieder ernst. Sie hatte sich entschieden, ihre Burg erneut zu verlassen und in das fremde Land zu reisen um diesen ominösen Fremden kennen zu lernen. Sie wollte wissen, was er war und vor allem was er von ihr wollte. Warum schickte er Söldner, um sie zu finden? Und anscheinend nicht, um sie direkt zu töten. Das hieß doch, dass er etwas von ihr wollte! Morgana machte sich auf den Weg. Sie war auf einige Gefahren vorbereitet, besonders auf die, plötzlich den anderen Söldnern, die noch auf sie angesetzt waren, zu begegnen…
Lassar hatte den Eingang zum Schloss gefunden. Er wurde tatsächlich von niemanden behelligt… Es schien beinahe so, als wäre das Schloss ausgestorben.. Es sollte ihm egal sein. Dank seiner guten Ortskenntnis fand er den Eingang zu den Kellergewölben ziemlich schnell. Und dann sah er sie. Wenn noch ein wenig Restzweifel an dem Wahrheitsgehalt der Zauberin in ihm gewesen war, waren diese nun beseitigt. Vor ihm sah er drei besetzte Kerkerzellen. In einer von ihnen saß die Frau, die er laut Morganas Befehl in Ruhe lassen sollte, und in den anderen beiden Kerkern waren zwei junge Mädchen eingesperrt. Sie hatte wirklich nicht zuviel versprochen. Sie waren tatsächlich jung und frisch. Lassar grinste diabolisch. Er sah zuerst in den Kerker, in dem die ältere der beiden Mädchen lag. Diese lag auf dem Boden. Er konnte sehen, dass sie verletzt war. Ihre Haut war verätzt, so als hätte jemand sie verbrannt… Und ihr Bein blutete stark. Sie schien ohnmächtig zu sein… Lassar stand vor ihrer Tür und berührte sie. Obwohl sie zugeschlossen war, öffnete sich die Tür. Es war Morganas Werk, das wusste er. Obwohl sie nicht hier war, war ihre Macht zu spüren. Er trat in die Zelle ein…
Elle und Jade hatten die ganze Zeit nach Leeana gerufen, um sie aufzuwecken. Doch sie bewegte sich nicht. Besonders Elle war der Verzweiflung nahe. Sie wussten beide nicht, dass Leeana dabei gewesen war, nach Merlin zu rufen und sich dabei vollkommen verausgabt hatte. Diese war, nach gefühlten Stunden, schließlich ihren Schmerzen erlegen und ohnmächtig geworden. So konnte sie die Rufe ihrer Freunde nicht mehr hören und auch Merlins gedankliche Rufe, die er ihr immer wieder schickte, kamen nicht mehr bei ihr an.
Elle und Jade, die immer weiter versuchten, zu Leeana durchzudringen, hielten plötzlich im Rufen inne, als sie den fremden Mann sahen, der auf sie zukam. Zuerst schöpften sie Hoffnung. Beide dachten, dass sie eventuell Hilfe bekommen würden, doch die Hoffnung schwand, als sie seinen Blick bemerkten, mit dem er sie ansah. Elle entging das lüsterne Lächeln nicht, mit dem er sowohl Jade als auch Leeana bedachte, und sie ahnte, wer auch immer es war, und was auch immer er hier vorhatte, es konnte nichts Gutes sein. Dann sah sie, wie er ohne Mühe, scheinbar ebenfalls mit Hilfe von Magie - wessen auch immer - Leeanas Schloss öffnete. Sie hielt den Atem an. Was hatte er vor?
Lassar kniete sich auf den Boden. Zuerst entkleidete er sie, danach begann er, seine Hose auszuziehen. Elle und Jade starrten mit aufgerissenen Augen auf die Szene vor ihnen. Sie konnten es beide nicht glauben. Schließlich entfuhr es aus Elles Mund: “Was tut Ihr da?? Lasst sofort das Mädchen in Ruhe!!!” Lassar lächelte diabolisch, als er sich noch einmal zu Elle umdrehte und ihr mit einem Seitenblick auf Jade in der anderen Zelle antwortete: “Oh, ich habe nicht nur die Erlaubnis, dies zu tun, sondern sogar den Auftrag, von einer guten Bekannten… Und wenn ich mit diesem Mädchen “fertig” bin, wird es mit dem anderen weiter gehen…; doch das wird wohl noch eine ganze Weile dauern…” Er begann damit, Leeanas unbekleideten Körper zu streicheln und ihre Beine zu spreizen, die Schreie von Elle und Jade störten ihn nicht; er war bereit…
Morgana sah aus dem Fenster ihrer Burg. Etwas störte sie. Direkt vor ihr war ein dichter Wald, der kaum einsehbar war. Und dort war etwas. Etwas Fremdes. Morgana wusste es: Dort hatte sich ein Eindringling eingeschlichen. Ein Mensch! Langsam ging sie von ihrem Standort weg und lief die Treppe herunter, die zum Ausgang führte. Sie hätte die Macht gehabt, den Eindringling direkt zu töten, doch etwas hielt sie davon ab. Da war eine innere Stimme, die ihr “sagte“, dass dieser ihr eventuell noch nützlich sein könnte, wer auch immer es war. Langsam lief sie in Richtung Wald. Sie wusste genau, wo dieser sich aufhielt. Und dann sah sie ihn. Es war ein Söldner. Sie erkannte es sofort. Doch was wollte er hier? Hatte Arthur ihn geschickt? Die Frage kam ihr kurz in den Sinn, doch sie verwarf sie genau so schnell wieder, wie sie gekommen war.
Das war nicht Arthurs Stil, das war ihr klar. Er würde selber kommen, wenn er wüsste, wo sie war. Also musste es einen anderen Grund haben, dass dieser Mensch hier herum irrte, doch welchen? Morgana entschied sich, es heraus zu finden. Lautlos schlich sie sich an ihn heran - er hatte sie nicht kommen sehen oder hören - und rief laut und vernehmlich: “Kann ich etwas für Euch tun?” Ihre Stimme war klar und kalt. Der Söldner fuhr herum und zog sein Schwert, als er die Frau sah, die scheinbar aus dem Nichts aufgetaucht war, und die er - trotz seiner sonst wirklich guten und ausgeprägten Sinne nicht vorab bemerkt hatte. Das Schwert wurde ihm augenblicklich aus den Händen gezogen und zu seinem grenzenlosen Erschrecken stand es lediglich einen Zentimeter vor seinem Körper - bereit, sich jederzeit in ihn zu bohren.
Der Söldner verstand. Er hatte es mit einer Zauberin zu tun. Eventuell DER Zauberin, nach der er Ausschau hielt? Er schluckte. Dann hörte er sie sprechen. Ihre Stimme war kalt: “Was sollte mich davon abhalten, Euch sofort mit Eurem eigenen Schwert zu richten? Ihr seid in meinem Reich! Was wollt Ihr hier? Sprecht!” Sie war lauter geworden und ihr Gesicht verzog sich zu einer Fratze, die ihm Angst machte. Er räusperte sich, dann setzte er zu einer Antwort an: “Ich habe nichts Besonderes gesucht. Die Gegend ist einfach sehr schön, Mylady.” Morgana lachte kurz auf: “Haltet Ihr mich für so naiv?” Ihre Augen blitzten und das Schwert richtete sich wie von Geisterhand auf seine Kehle. “Ich warne Euch! Noch eine falsche Antwort, und Euer Schwert wird Euer Tod sein! Wer hat Euch geschickt? Wer weiß, dass ich hier bin? König Arthur vielleicht? Hat er Euch bezahlt? Hat er das jetzt nötig?” Morgana wusste, dass es nicht so war, aber sie wollte ihn aus der Reserve locken. Und es funktionierte. Der Söldner starrte sie an. “König Arthur? Arthur Pendragon? Nein, der hat damit nichts zu tun, glaubt mir.. Ich werde Euch alles erzählen, doch bitte senkt das Schwert, das Ihr gegen mich erhoben habt…”
Morgana blickte ihn weiterhin mit kalten Augen an und die Stimme, mit der sie antwortete war ebenso kalt: “Antwortet mir und ich werde entscheiden, ob ich das Schwert senke oder nicht.. Falls Ihr mir nicht antwortet, werdet Ihr das bitter bereuen. Also?” Sie hatte ihre Stimme erhoben, und der Söldner begriff, dass er keine Wahl hatte. Seufzend begann er zu reden: “In meinem Land - etwa 2 Tagesreisen von hier, gibt es noch mehr Söldner wie mich. Wir wurden vor einigen Tagen von einem Mann einberufen, der uns damit beauftragt hat, nach Euch zu suchen. Sein Name ist Nirar. Er hat gesagt, dass es eine mächtige Zauberin geben muss, und dass er wissen will, wo sie sich versteckt hält.. Mehr wollte er nicht. Nur den Aufenthaltsort Eures Versteckes. Er hat demjenigen, der es als erstes findet, ein Vermögen in Aussicht gestellt. Deswegen ist natürlich jeder von uns darauf aus, es zu schaffen..” Morgana lachte kurz auf: “Du scheinst es geschafft zu haben; stellt sich nur die Frage, ob du noch dazu kommen wirst, deinem Herrn davon zu erzählen und die Belohnung einzustreichen…” Dann verengten sich ihre Augen zu Schlitzen. “Was will dieser Nirar von mir? Und wer oder was ist er?” Aus irgend einem Grund ahnte Morgana, dass es kein Mensch war, der da nach ihr suchte. Vielleicht ebenfalls ein Zauberer oder Magier? Und wenn ja, was hatte er vor?
Der Söldner schüttelte den Kopf. Er schluckte erneut, als der kalte Stahl des Schwertes seinen Hals berührte, doch dann wurde seine Stimme fester: “Ich weiß weder das eine noch das andere… Er hat uns nichts gesagt, nur den Auftrag erteilt und wir stellen keine Fragen. Allerdings betteln wir auch nicht um Gnade. Wenn Ihr mich töten wollt, dann tut es. Jetzt!” Morgana war beeindruckt. Langsam ließ sie das Schwert einige Zentimeter von ihm fortrücken. Doch es schwebte noch in der Luft, als warnendes Zeichen…
“Also gut.. Wie ist Euer Name?” fragte sie ihn, und der Söldner antwortete: “Lassar, Mylady”. Morgana nickte. Langsam war eine andere Idee in ihr gereift. Sie sah ihn an. “Wie viel hat Euch dieser Nirar geboten, um mich, beziehungsweise meinen Aufenthaltsort zu finden?” fragte sie ihn. Lassar sah sie an und nannte ihr eine Summe. Sie war unheimlich groß. Morgana nickte beeindruckt. Wenn jemand so viel Geld für sie bot, musste es einen Grund geben, und sie würde heraus finden, was für einen. Ihre anderen Pläne musste sie - vorerst - hinten anstellen. Außerdem keimte in ihr noch ein Gedanke auf. Sie lächelte. “Das ist eine wirklich gigantische Summe… Du wirst von mir das doppelte erhalten. - Keine Angst”, setzte sie hinzu, als sie seinen ungläubigen Gesichtsausdruck sah. “Ich betrüge Euch nicht.. Und ich habe noch ein “Geschenk” für Euch. Quasi als zusätzliche Bezahlung..
In meinen Kellergewölben gibt es zwei junge Mädchen. Eines hübscher als das andere… Ihr könnt sie Euch nehmen. Beide. Doch die Frau, die ebenfalls dort unten festgehalten wird, ist tabu! Wenn ich mitbekomme, dass Ihr Euch gewagt habt, auch sie anzurühren, wird es Euch schlecht ergehen.. Ich finde Euch - egal wo Ihr seid! - Habt Ihr verstanden?” Ihre Augen wurden schwarz.
Der Söldner schluckte. Dann nickte er. “Ja, Mylady. Ich habe verstanden.” Dann grinste er. “Die beiden Mädchen werden sicherlich vollkommen ausreichend sein…” Morgana nickte. Dann setzte sie noch hinzu: “Ihr werdet der Frau nichts antun, aber ich will, dass sie es sieht, wenn Ihr die Mädchen nehmt! Macht mit ihnen was Ihr wollt, doch lasst die Frau es mitbekommen. Sie soll leiden, wie sie noch nie gelitten hat! Ich will sie gebrochen sehen, wenn ich wieder komme! Und die Mädchen sollen noch leben!” setzte sie noch hinzu. Zur Sicherheit.
Der Söldner nickte. Dann fragte er sie: “Führt Ihr mich zu ihnen?” Morgana schüttelte den Kopf. Sie hatte eine andere Entscheidung getroffen. “Nein, ihr findet die Kerker ziemlich leicht. Es wird Euch niemand aufhalten, ich bin alleine in meinem Schloss. Doch Ihr werdet mir jetzt sagen, wie ich in Euer Land, zu diesem Nirar komme! Ich will ihn sprechen.” Der Söldner sah sie ungläubig an. “Ihr wollt alleine zu ihm? Es gibt dort sehr viele Krieger und Söldner, die Euch sofort angreifen werden, noch dazu, wenn Ihr alleine seid..” Morgana lachte verächtlich. “Macht Euch darüber keine Gedanken…” Das Schwert fiel auf den Boden. “Nehmt dies als Zeichen meiner Güte. Und nun geht. Ihr werdet die Kerker schon finden..”
Lassar hob sein Schwert auf und ging gemäßigten Schrittes auf Morganas Schloss zu. Sie lächelte. Sie wusste, dass ihm dort niemand entgegentreten würde. Ihr kleiner, unfähiger Diener hatte viel zu viel Angst, um Lassar wirklich gefährlich zu werden, und selbst wenn er es versuchen sollte, würde dieser ihm vermutlich mit einer Handbewegung den Kopf abtrennen. Sie lachte. Dann wurde sie wieder ernst. Sie hatte sich entschieden, ihre Burg erneut zu verlassen und in das fremde Land zu reisen um diesen ominösen Fremden kennen zu lernen. Sie wollte wissen, was er war und vor allem was er von ihr wollte. Warum schickte er Söldner, um sie zu finden? Und anscheinend nicht, um sie direkt zu töten. Das hieß doch, dass er etwas von ihr wollte! Morgana machte sich auf den Weg. Sie war auf einige Gefahren vorbereitet, besonders auf die, plötzlich den anderen Söldnern, die noch auf sie angesetzt waren, zu begegnen…
Lassar hatte den Eingang zum Schloss gefunden. Er wurde tatsächlich von niemanden behelligt… Es schien beinahe so, als wäre das Schloss ausgestorben.. Es sollte ihm egal sein. Dank seiner guten Ortskenntnis fand er den Eingang zu den Kellergewölben ziemlich schnell. Und dann sah er sie. Wenn noch ein wenig Restzweifel an dem Wahrheitsgehalt der Zauberin in ihm gewesen war, waren diese nun beseitigt. Vor ihm sah er drei besetzte Kerkerzellen. In einer von ihnen saß die Frau, die er laut Morganas Befehl in Ruhe lassen sollte, und in den anderen beiden Kerkern waren zwei junge Mädchen eingesperrt. Sie hatte wirklich nicht zuviel versprochen. Sie waren tatsächlich jung und frisch. Lassar grinste diabolisch. Er sah zuerst in den Kerker, in dem die ältere der beiden Mädchen lag. Diese lag auf dem Boden. Er konnte sehen, dass sie verletzt war. Ihre Haut war verätzt, so als hätte jemand sie verbrannt… Und ihr Bein blutete stark. Sie schien ohnmächtig zu sein… Lassar stand vor ihrer Tür und berührte sie. Obwohl sie zugeschlossen war, öffnete sich die Tür. Es war Morganas Werk, das wusste er. Obwohl sie nicht hier war, war ihre Macht zu spüren. Er trat in die Zelle ein…
Elle und Jade hatten die ganze Zeit nach Leeana gerufen, um sie aufzuwecken. Doch sie bewegte sich nicht. Besonders Elle war der Verzweiflung nahe. Sie wussten beide nicht, dass Leeana dabei gewesen war, nach Merlin zu rufen und sich dabei vollkommen verausgabt hatte. Diese war, nach gefühlten Stunden, schließlich ihren Schmerzen erlegen und ohnmächtig geworden. So konnte sie die Rufe ihrer Freunde nicht mehr hören und auch Merlins gedankliche Rufe, die er ihr immer wieder schickte, kamen nicht mehr bei ihr an.
Elle und Jade, die immer weiter versuchten, zu Leeana durchzudringen, hielten plötzlich im Rufen inne, als sie den fremden Mann sahen, der auf sie zukam. Zuerst schöpften sie Hoffnung. Beide dachten, dass sie eventuell Hilfe bekommen würden, doch die Hoffnung schwand, als sie seinen Blick bemerkten, mit dem er sie ansah. Elle entging das lüsterne Lächeln nicht, mit dem er sowohl Jade als auch Leeana bedachte, und sie ahnte, wer auch immer es war, und was auch immer er hier vorhatte, es konnte nichts Gutes sein. Dann sah sie, wie er ohne Mühe, scheinbar ebenfalls mit Hilfe von Magie - wessen auch immer - Leeanas Schloss öffnete. Sie hielt den Atem an. Was hatte er vor?
Lassar kniete sich auf den Boden. Zuerst entkleidete er sie, danach begann er, seine Hose auszuziehen. Elle und Jade starrten mit aufgerissenen Augen auf die Szene vor ihnen. Sie konnten es beide nicht glauben. Schließlich entfuhr es aus Elles Mund: “Was tut Ihr da?? Lasst sofort das Mädchen in Ruhe!!!” Lassar lächelte diabolisch, als er sich noch einmal zu Elle umdrehte und ihr mit einem Seitenblick auf Jade in der anderen Zelle antwortete: “Oh, ich habe nicht nur die Erlaubnis, dies zu tun, sondern sogar den Auftrag, von einer guten Bekannten… Und wenn ich mit diesem Mädchen “fertig” bin, wird es mit dem anderen weiter gehen…; doch das wird wohl noch eine ganze Weile dauern…” Er begann damit, Leeanas unbekleideten Körper zu streicheln und ihre Beine zu spreizen, die Schreie von Elle und Jade störten ihn nicht; er war bereit…

